Die Republik Togo

Togo

Die Republik Togo liegt in Westafrika. Die Hauptstadt ist Lomé und liegt im Süden des Landes.

Landschaft

Von Lomé an der Atlantikküste geht die Landschaft Richtung Norden immer mehr in Savanne über, im Westen Richtung Ghana finden sich tropische Wälder.

Geschichte

Seit dem 27. April 1960 ist Togo unabhängig von Frankreich. Bis zum Ersten Weltkrieg war es deutsche Kolonie.

Allgemeines

In Togo leben rund 8 Millionen Menschen, davon fast 2 Millionen in der am Meer gelegenen Hauptstadt Lomé. Flächenmäßig ist das Land relativ klein, es passt rund sieben Mal in Deutschland hinein.
Auf dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) 2019 nimmt Togo den 167. Rang von 189 Staaten ein. Eine schlechte Platzierung bedeutet, dass zum Beispiel die Lebenserwartung und das Bildungsniveau niedrig sind und das Einkommen gering. Auf Platz eins liegt Norwegen, Deutschland ist Vierter und der Niger Letzter. Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre hat sich nur wenig auf die Lebensbedingungen der Menschen ausgewirkt und die Armut, insbesondere der Landbevölkerung, ist groß.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) spricht in seinem neuesten Strategiepapier zur Armutsbekämpfung von 58,7 Prozent der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung Togos verfügen über weniger als 1,25 US-Dollar und ungefähr 70 Prozent über weniger als 2 US-Dollar am Tag.

Geschichte und politische Situation

Ab 1471 landeten europäische Seefahrer*innen in Westafrika. Bis ins 19. Jahrhundert wurden von der sogenannten Sklavenküste, zu der auch Togo gehörte, Millionen Afrikaner*innen als Sklav*innen nach Amerika verschifft. 1884 schloss der deutsche Afrikaforscher Gustav Nachtigal “Schutzverträge” mit togoischen Handelsvertreter*innen ab und die deutsche Kolonialzeit nahm ihren Anfang. Togo war von da an bis zum Ersten Weltkrieg deutsche und anschließend französische Kolonie. Seine Unabhängigkeit erlangte Togo am 27. April 1960. Die jüngere Geschichte Togos ist geprägt durch die 38-jährige Diktatur (1967 bis 2005) von Präsident Gnassingbé Eyadema. Massenproteste führten 1992 zu einer neuen, demokratischen Verfassung, für deren Einhaltung bis heute Menschen auf die Straße gehen. Begründet mit der desolaten Menschenrechtslage kam es 1993 zu einem Bruch zwischen dem togoischen Staat und der internationalen Gemeinschaft.
Seit Eyadémas Tod 2005 regiert sein Sohn Faure Gnassingbé. Die bürgerrechtliche Situation verbesserte sich und Oppositionsparteien wurden teilweise in politische Prozesse mit eingebunden. Infolgedessen wurde auch die internationale Zusammenarbeit mit Togo wieder aufgenommen. Bis heute kommt es jedoch immer wieder zu Massenprotesten gegen die amtierende Regierung.

Wirtschaft und Bildung

Die wirtschaftliche Situation Togos ist auch heute noch stark von der Kolonialzeit geprägt: Im südlichen Teil des Landes (vor allem in Lomé) findet der internationale Handel statt, wohingegen der Norden größtenteils vom Markt unabhängig ist und für den eigenen Verbrauch produziert.
Das Land lebt vor allem von seinen Phosphateinkommen. Weitere wichtige Exportgüter sind Baumwolle, Kaffee, Kakao, Zement und Klinker. Innerhalb des Landes spielt der Kleinhandel eine zentrale Rolle, in dem viele Frauen tätig sind. Zwei Drittel der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft.
Das Schulsystem orientiert sich am französischen Modell. Seit 2009 ist der Unterricht an staatlichen Schulen kostenlos, wobei es auch eine Vielzahl an privaten Schulen gibt. Die Alphabetisierungsrate lag 2018 bei 63,7 Prozent. In Lomé und Kara gibt es staatliche Universitäten.

Sprachen und Kulturen

In Togo leben rund 40 Ethnien, dementsprechend ist die sprachliche und kulturelle Vielfalt groß. Die Amts- und Verkehrssprache ist Französisch, von den zahlreichen lokalen Sprachen sind im Süden vor allem Ewe und Mina verbreitet, im Norden Kabiyé. Etwa die Hälfte der Bevölkerung bekennt sich zu traditionellen Religionen wie der Voodoo-Religion. Von den 35 Prozent Christ*innen sind die meisten katholisch und rund 20 Prozent der Bevölkerung sind dem Islam zugehörig. Kulturelle und religiöse Freiheit werden in der togoischen Gesellschaft größtenteils akzeptiert und friedlich gelebt.

Landschaft, KLima und ökologische Probleme

Togo liegt nahe am Äquator, daher ist das Klima ganzjährig feuchttropisch mit einer durchschnittlichen Temperatur von 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 Prozent in der Regenzeit. Der höchste Berg Togos, der Mont Agou, ist 986 Meter hoch.
Der Klimawandel ist seit Jahren ein immer größeres Thema in Togo, vor allem weil Hitze und Dürre spürbar zunehmen.
Menschliche Eingriffe, wie 1967 der Bau des Tiefseewasserhafens in Lomé, veränderten natürliche Abläufe. Das verursachte eine anhaltende und bedrohliche Küstenerosion östlich des Hafens: Zwischen 7 und 15 Meter frisst sich das Meer jährlich ins Landesinnere und bedroht damit 2 Millionen Togoer*innen, die an der Küste leben.

Alltag der Kinder und Rolle der Frau

In Togo ist es üblich, dass Kinder und Jugendliche im Haushalt, auf den Feldern und Märkten oder in Werkstätten mitarbeiten. Vor allem Mädchen werden deshalb oft nicht eingeschult. Kinderhandel ist ein großes Problem und hat Togo in der Vergangenheit immer wieder in die internationalen Schlagzeilen gebracht.
Insgesamt orientiert sich das Rollenverständnis der Geschlechter nach wie vor an traditionellen und religiösen Vorstellungen und ist mit einer klaren Aufgabenteilung verbunden. Frauen haben deutlich schlechteren Zugang zu Bildung, gesundheitlicher Versorgung und Krediten. Sie arbeiten daher oft im informellen Sektor zum Beispiel als Verkäuferinnen auf der Straße. Dies hat zur Folge, dass sie oft in besonders unsicheren Verhältnissen leben – besonders, wenn sie alleinstehend sind. Auch wenn die Gleichberechtigung der Frau besonders in Lomé und bei der jüngeren Bevölkerung zunehmend wichtiger wird, ist Diskriminierung und Gewalt gegen Mädchen und Frauen nach wie vor ein großes Problem.